Linux-Server-Administration
Alles rund ums Hosten von Applikationen auf Linux-Servern (Hier hauptsächlich Debian)
Installation & Konfiguration von Software
Installation von serverspezifischer Software unter Linux + anschließende Konfiguration
Jellyfin-Server ohne Datenverlust migrieren
Die nachfolgende Anleitung zeigt, wie die Software Jellyfin mitsamt allen Einstellungen, Nutzern, Sammlungen, etc. umgezogen werden kann. Das folgende bezieht sich auf eine Jellyfin-Installtion auf einem Debian-Server.
Wann muss ein Jellyfin-Server umgezogen werden:
- Neuinstallation des Betriebssystems
- Wechsel auf einen anderen Server, z.B. durch Upgrade
- Jellyfin startet nicht mehr oder funktioniert nicht mehr korrekt und muss neu installiert werden
So wird's gemacht:
Schritt 1:
Zunächst benötigt man ein Verzeichnis, in dem die Daten gesichert werden können. Hierfür bietet sich beispielsweise ein USB-Stick oder eingebundener Netzwerk-Share an.
Dieses Verzeichnis erstellt man mit folgendem Befehl:
mkdir /pfad/zum/sicherungsordner
Schritt 2:
Der Jellyfin-Service wird gestoppt
sudo systemctl stop jellyfin.service
und die Daten werden in den soeben erstellten Ordner gesichert
sudo cp -r /var/lib/jellyfin/* /pfad/zum/sicherungsordner
Schritt 3:
Die Ordner, in denen die Filme gespeichert wurden, müssen auf dem neuen Server wieder an genau der selben Stelle platziert werden. Handelt es sich um Festplatten, die übernommen werden, müssen diese an gleicher Stelle wieder gemountet werden.
Anschließend wird Jellyfin auf dem neuen Server installiert.
sudo apt install jellyfin
Schritt 4:
Jellyfin erstmalig über die Weboberfläche aufrufen: http://ip_des_neuen_servers:8096/
und einen Nutzer erstellen und sich durch den Einrichtungsprozess klicken (Bibliotheken erstellen kann übersprungen werden). Die Grundeinrichtung ist notwendig, dass entsprechende Ordner erstellt werden.
Schritt 5:
Der Jellyfin-Service muss wieder gestoppt werden:
sudo systemctl stop jellyfin.service
Anschließend werden alle Dateien in dem Ordner /var/lib/jellyfin gelöscht:
sudo rm -rf /var/lib/jellyfin/*
In diesen nun leeren Ordner wird nun der Inhalt des Ordners kopiert, in den in Schritt 1 alle Daten gesichert wurden.
sudo cp -r /pfad/zum/sicherungsordner/* /var/lib/jellyfin/
Schritt 6:
Die Berechtigungen des soeben kopierten Ordners müssen angepasst werden:
sudo chown -R jellyfin:jellyfin /var/lib/jellyfin
Dann kann der Jellyfin-Server wieder gestartet werden:
sudo systemctl restart jellyfin.service
Ob der Service korrekt gestartet ist, kann mit folgendem Befehl überprüft werden:
sudo systemctl status jellyfin.service
Jetzt kann der Jellyfin-Server wieder über den Browser erreicht werden und hat alle alten Daten!
Soll Jellyfin neu installiert werden, da der Service nicht mehr startet, geht man wie folgt vor:
Nachdem in Schritt 1 & 2 die wichtigen Daten gesichert wurden, wird Jellyfin mit folgenden Befehlen hintereinander restlos entfernt:
sudo apt purge jellyfin
sudo apt autoremove
sudo apt purge jellyfin-server
Nach dem Entfernen kann mit Schritt 3 fortgefahren werden.
Linux-Konfiguration
Speicherplatzreservierung unter ext4 deaktivieren
Das Problem: Bei einer frisch mit ext4 formatierten Festplatte sind einige Gigabytes bereits belegt, ob wohl noch gar keine Dateien darauf gespeichert wurden (z.B. ca. 96 GB bei einer 2 TB HDD)
Die Ursache: Ext4 reserviert sich automatisch 5% der Speicherkapazität für Notfälle. Dies macht allerdings nur auf dem Betriebssystem-Medium Sinn, da die Reservierung verhindern soll, dass eine vollgelaufene Festplatte für Systemabstürze und Startprobleme sorgen kann.
Die Lösung: Bei weiteren Festplatten im System kann die Reservierung deaktiviert werden (bei Boot- bzw. Systemmedium nicht empfohlen!). Dies geschieht mit folgendem Befehl:
tune2fs -m 0 /dev/sdXX
Der Parameter “-m” definiert hierbei die prozentuale Reservierung der angegebenen Partition. 0% deaktiviert die Reservierung. SdXX muss für die jeweilige Festplatte angepasst werden, z.B. sda1, sdb1, ...